Seltsam … - Online-Verkauf von Reisen in den USA boo…
Februar 25th 2008 @ 3:01 am Allgemein

Hmm, eigentlich wundert’s mich ja etwas, dass das bei
Flugreisen so gut klappen soll. Ich fliege ziemlich viel,
meist transatlantisch, buche i.R. relativ kurzfristig, und
ich guck’ auch regelmaessig bei diversen Online-Shops vorbei,
um mir einen Ueberblick ueber die Verfuegbarkeit von Fluegen
zu verschaffen.
Gewoehnlich bietet sich folgendes Bild:
- nimmt man 2-3 Anbieter zusammen, findet man wohl wirklich
die meisten verfuegbaren Fluege
- die wenigsten Systeme lassen mich wirklich nach dem suchen,
was ich will (wozu soll ich z.B. die Uhrzeit angeben, wenn
ich noch nicht mal weiss, an welchen Tagen ueberhaupt Fluege
verfuegbar sind ?)
- die angebotenen Preise stehen meist in keiner Relation zu
dem, was der Flug wirklich kosten sollte (Travelcity ist
typischerweise etwa bei 200%, manche Airline schafft’s
schon mal auf 400%. Economy zu First-Class Tarifen.)
- allfaellige Sonderangebote findet man bei den “Grossen”
Anbietern eigentlich nie (z.B. hat Alitalia recht viele
guenstige Fluege)
- es wimmelt nur so von “Kleine Stoerung, bitte versuchen
sie’s etwas spaeter wieder”, Formularen, die sich
hartnaeckig weigern, meine Angaben anzunehmen (z.B. mag
AA offenbar keine internationalen Telefonnummern, und auf
Mails reagieren sie ohnehin nicht) bis zu komplett unlesbaren
Seiten (z.B. basiert Alitalias Web-Praesenz auf VBScript,
und bei Air France kommen zwar ein paar nette Frames, aber
in der Mitte, dort, wo die Informationen stehen sollten,
grinst ein weisses Loch)
- falls ich doch mal eine Online-Buchung versuche, kommt
i.R. eine kryptische Fehlermeldung der Datenbank, der
Web-Datenbank-Schnittstelle, oder das System ueberlegt es
sich doch nochmal und teilt mir mit, dass der vermeintlich
verfuegbare Flug nun doch voll sei, nicht existiere, oder
nicht online gebucht werden koenne (v.a. Swissair - dort
finde ich wenigstens die normalen Tarife)
- die Anbieter, die versuchen, die Tuecken eines aufwendigen
Online-Reservationssystems elegant dadurch zu umgehen, dass
die Bestellungen erst mal intern als E-Mail weiterlaufen,
und manuell bearbeitet werden, melden sich meistens nach ein
paar Tagen um mit mitzuteilen, dass es eben doch nicht
geklappt haette (SSR). Manchmal geben sie das aber auch erst
zu, wenn ich zwei Tage vor der Abreise anrufe, um mich zu
erkundigen, wo mein Ticket so bleibt.
Nach der gewoehnlich zeitfressenden und frustrierenden
Online-Recherche habe ich also zwar noch keinen Flug, weiss aber
in etwa, an welchen Tagen und bei welchen Airlines ueberhaupt
noch was frei sein duerfte. Von einigen Billiganbietern (bei
denen natuerlich die Reservation nicht klappt) weiss ich, was
der Flug in etwa kosten sollte.
Mit diesen Informationen kann ich dann zum Telefon greifen und
direkt bei den Airlines buchen … (deren Telefonnummern lassen
sich online finden. Meistens. Die Swissair-Datenbank will mir
z.B. nicht sagen, wo ihr Buero in Argentinien ist. Netterweise
steht die Telefonnummer aber auf www.swissair.com.ar)
Manchmal werde ich dann fuer meine Muehe bei telefonischer
Bestellung mit einem deutlich besseren Tarif belohnt als all die
“Web-Specials” vermuten lassen (Air Canada).
Wenn’s mir zu bloed wird, und ich genug Zeit habe, lass’ ich es
auch mal ein Reisebuero versuchen. Wobei die manchmal auch nur
Unfug produzieren. (z.B. Rio-Buenos Aires mit einem wilden
Zickzack-Flug fuer 2x den Preis, den ich dann bei TransBrasil
wirklich bezahlt habe.)
Erfolgreicher e-Commerce ? Nein, ein Trauerspiel.
- Werner

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