re - Der Mensch als Tourist
September 12th 2008 @ 2:03 am Allgemein

reisens man mit ungereisten Menschen nicht diskutieren kann, halte ich
> eher für ein persönliches Problem :-) Hast Recht, ist ein anderes Niveau, eine andere Tiefe, bringt mich
persönlich selten weiter in meiner Entwicklung.
> Es ist zB sicher nicht notwendig, rund um die Welt gereist zu sein,
> um interessante Gespräche über Philosophie, Religionen, Astronomie
> oder auch Physik zu führen. Dies nur um ein paar Beispiele zu nennen.
>
Tut mir leid, aber das ist alles Theorie. Wo bleibt das wahre Leben,
das gelebte Leben? Wenn man um die Welt reist hat man andere
Bezugspunkte, andere Perspektiven, die Möglichkeit wahrhaft zu
verstehen, worüber man labert, den Dingen eine fundierte Basis durch
Erlebtes zu geben. Nur als Beispiel, Aristoteles, Platon, hast Du ne
Ahnung wie intensiv das Licht in Griechenland strahlt, wie stechend
das Blau und Weiß wirkt. Überall ein anderes Licht, ein anderes
Ambiente, ein anderes Lebensgefühl. Nur das Sehen und Hören im
Fernsehen reicht nicht, wir Menschen haben fünf Sinne, wenn wir die
alle einsetzen ist es ein völlig anderes Erlebnis, außerdem können
wir selbst selektieren und müssen uns nicht auf jenes Beschränken,
was aus der Sicht anderer für die Allgemeinheit von Bedeutung sein
könnte, wobei aber das Fernsehen schon eine Art Tür für die
Erschließung der Welt darstellen kann.
> Mit dem Prahlen hab ich die Sache überspitzt. Geb ich zu. Ich kenne
> ja selbst genügend Leute, die Reisen und dadurch ihren Horizont
> erweitern. Leider sind das aber nicht die Massentouristen sonder eher
> Ausnahmeerscheinungen.
>
Naja, die Massen, hast Du die Chance jeden Einzelnen kennenzulernen,
um ihn der Norm Masse zuordnen zu können. imho ist es ein Fehler, die
Masse irgendwie einkategorisieren zu wollen, das Ergebnis können nur
Vorurteile sein.
Zu dem was Du schreibst, die fünf Sinne, andere Gerüche, anderes
Lebensgefühl, auch für die Mallorcareisenden, ich nehme an, das sind
die, die Du meinst… Auch sie haben schon mal ihren Horizont
erweitert, das Leben kann auch leichtlebig sein.
> Um meinen Horizont zu erweitern muss ich jedenfalls nicht reisen. Es
> gibt genügend andere Möglichkeiten dafür. Dass allein das Reisen
> bilden soll… naja *lol*
>
Ich bin der Meinung, dass ein Intellektueller nicht um das Reisen
umhinkommt. Und zu dem einzig und allein, hat das irgendjemand
behauptet?
> Abgesehen davon, besuchen mich auch viele Horizonterweiterungen bei
> mir daheim. Ich habe viel Verwandtschaft und Freunde in der ganzen
> Welt und geniesse die Gespräche über unterschiedliche Kulturen sehr.
> Hat man mehr davon, wenn man sich auf Inselpartys besäuft und die
> Geografie anderer Länder kennt oder wenn man anregende Diskussionen
> mit Menschen ferner Länder über deren Kulturen führt?
>
Du musst es ja wissen, da Du ja die Vergleichsmöglichkeiten hast, das
Vorher-Nachher Erlebnis. Du kannst jemanden der völlig unbedarft ist
sagen, pass auf, auf dem Weg sind Steine, die musst Du umgehen, sonst
fällst Du hin und das ist schmerzhaft, Schmerz ein negatives Gefühl,
das ist zu vermeiden. Der Unbedarfte nimmt es sich zu Herzen, umgeht
all die Steine, doch wird er je wissen, warum, wenn er nie
hingefallen ist, nie Schmerz empfunden hat. Naja, immerhin bist Du
kein Nazi.
> Es gibt schon so viele Reisende und Gruppenzwang unterliege ich nur
> selten. Man kann nicht alles in einem Leben tun und so hat halt jeder
> seine eigenen Prioritäten. Reisen ist auf meiner Prioritätenliste
> jedenfalls ganz weit unten. Vielleicht denk ich nochmal drüber nach,
> wenn ich Rentnerin bin :-) Es sei denn, die Raumfahrt wird vorher
> noch möglich für einfache Menschen wie mich *ggg*
>
Was laberst Du denn dann rum, ich könnte, will aber nicht Reisen,
wenn Du jetzt sagst, evtl. wenn ich Rentnerin bin. Das ist nicht sehr
logisch.
> Das Lustigste daran ist ja, dass ich Zigeunerblut in mir habe *lach*
> Naja, dafür reisen meine Geschwister und Eltern mehr als genug.
Oh, da fällt mir ne Talkshow ein, zwei völlig entnervte Punkeltern,
die einen Zögling hatten, der total konservativ und auch noch Beamter
werden wollte. Was haben wir nur in unserer Erziehung falsch gemacht,
ausgerechnet das, was wir am meisten verachten, will er werden….
fragten sich die Punks.
Naja, vielleicht hast Du die Erfahrungen und Einsichten die man durch
das Reisen gewinnen kann auch in den Genen… Ist aber spychologisch
schon
interessant, dass ausgerechnet dann Du, nicht die Freiheit,
sondern das säßhafte Leben liebst :-)

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